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Es wird Sie sicher überraschen, aber wir sind insgesamt recht skeptisch, wenn es beim Webdesign um modische Trends geht. Dagegen achten unsere Experten auf Entwicklungen, denn diese sind zukunftsweisend.

Trends oder Entwicklung, das ist der Unterschied

Trends sind Erscheinungen, die dem aktuellen Zeitgeschmack entspringen und dieser unterliegt Änderungen. Der User sieht sich satt, dies geschieht besonders schnell, je deutlicher ein Trend im Erscheinungsbild der Webseite zu Tage tritt. Flimmernde Bilder, grelle Farben und ähnliches sind heute in und morgen out.

Entwicklungen folgen dem Userverhalten. Sie unterliegen weniger dem Geschmack, als eher praktischen Erwägungen. Diese müssen bei der Webseiten Programmierung unter allen Umständen beachtet werden. Natürlich muss eine Webseite ständig aktualisiert werden, aber diese jedem Modegeschmack anzupassen wäre zu aufwendig und verwirrt den User. Schließlich soll er Ihren Webauftritt wiedererkennen.

Trends, bei denen wir zu Vorsicht raten

Schriften mit Schnörkeln und zu geringem Kontrast zum Hintergrund: Schriftarten mit Serifen, die wir beispielsweise bei Überschriften auf der  Webseite von List an Sell verwenden, eignen sich nicht für Fließtexte. Noch ungeeigneter sind Schriften, die an eine Handschrift angelehnt sind. Das Lesen solcher Texte ist anstrengend, der User wird abspringen, bevor er sich mit dem Inhalt befasst.

Problematisch sind auch falsche Kontraste. Es muss nicht schwarz auf weiß sein, Dunkelgrau auf Weiß empfindet das Auge als angenehmer. Der Trend auf einem farbigen Hintergrund in einer Farbe zu schreiben, die sich kaum von diesem Unterscheidet ist fast eine Todsünde. Hellbraun auf Dunkelgelb sieht edel aus, aber lesen mag niemand solche Schriften.

diesen Trends raten wir zu Vorsicht

Auch bei diesen Trends raten wir zu Vorsicht

Manchmal wollen Webdesigner zeigen, was sie leisten können. Verständlich, aber Ihre Webseite soll nicht den Webmaster verkaufen, sondern ihr Produkt. Daher raten wir dazu nicht alles was möglich ist, in die Webseite zu integrieren:

  • Diashow auf der Startseite: Die Slider kosten unter Umständen Ladezeit, aber kaum ein User nimmt sich die Zeit, diese Bilder anzusehen.
  • Unklare Navigation: Sicher, eine originelle Navigation ist interessant, aber leider nützt es Ihnen nichts, wenn sich die Kunden auf der Webseite verlaufen. Klare Strukturen sind unverzichtbar.
  • Parallax Scrolling: Beim Scrollen bewegen sich Vordergrund und Hintergrund in verschiedenen Geschwindigkeiten, um einen dreidimensionalen Effekt zu erzeugen. Sehr interessant, aber er lenkt oft vom Inhalt der Website ab.

Entwicklungen, die grundsätzlich zu beachten sind

Responsives Webdesign, also Webseiten, die sich dem Endgerät des Users anpassen, sind unverzichtbar. Vielleicht kennen Sie noch Webseiten, auf denen der Hinweis prangt: „Optimiert für Internet Explorer, Bildschirmauflösung 1600 x 900.“ Heute ist sicher kein User bereit, den Browser zu wechseln und die Auslösung seines Monitors ihrer Webseite anzupassen.

Generell treten Ladegeschwindigkeit und eine Navigation, die sich für alle Endgeräte vom kleinen Smartphone bis zum größten Desktop-Computer eignet, in den Vordergrund. Daher befürworten wir Klassiker wie das Hamburger-Menü-Icon oder den neuen Trend des  Long-Pager Scrollings. Die drei kleinen waagerechten Striche, also das Hamburger-Icon, kennt fast jeder vom Smartphone. Allerdings liegen Webseiten, bei denen endlos gescrollt wird, im Trend, da User sich nicht gerne entscheiden. Auch eine fixierte Menü-Zeile ist dabei praktisch und ermöglicht dem User jederzeit statt weiter zu scrollen, an einen beliebigen Menüpunkt zu springen.

Trends, bei denen abgewogen werden muss

Ein minimalistisches Design, das auf Gestaltungselemente weitgehend verzichtet, hat den Vorteil, schnell geladen zu werden und den User ohne Ablenkung zu informieren. Aber es kann auch langweilig wirken oder einen wenig kompetenten Webmaster dahinter vermuten lassen.

Videos liegen voll im Trend und werden auch von Suchmaschinen beim Ranking belohnt. Gifs sind unterhaltsam und erfreuen sich immer wieder neuer Beliebtheit. Gleiches gilt auch für Hover-Effekte und Mikrointeraktionen, also die Option, dass der Nutzer durch seine Aktion die Webseite minimal verändern kann. Das motiviert den User Nutzer, die Site zu entdecken und bindet ihn an diese. Leider können diese Elemente die Performance negative beeinflussen oder sie eignen sich nicht für alle Endgeräte.

Ein schöner Trend ist auch das Split-Screen Design. Die Webseite ist in zwei vertikale Bereiche geteilt, deren Gestaltung unterschiedlich ausfallen kann. Hier ist aber zu bedenken, dass der Effekt auf sehr kleinen Bildschirmen kaum zu Geltung kommt.

Trends im Webdesign

Wir behalten die Zukunft im Auge

Auf lange Sicht gewinnen mobile Endgeräte an Bedeutung. Dies wirkt sich auf die Größe der Bildschirme, auf denen die Webseite betrachtet wird, aus und auf die Performance. Deutschland ist im Hinblick auf die mobile Datenübertragung ein Entwicklungsland. 96,5 Prozent der Fläche hat lediglich eine 4G Abdeckung zumindest eines Mobilfunknetzbetreibers. Ende Oktober 2021 gab es erst für 53 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland den Mobilfunkstandard 5G.

4G hat zwar eine maximale Verbindungsgeschwindigkeit von 1.000 Mbit/s, aber in der Praxis sind es oft nur 150 Mbit/s. 5G hat das Ziel, eine maximale Download-Geschwindigkeit von 10 GBit/s zu erreichen, aber ein Ziel ist keine Realität. Daher müssen wir beim Webdesign nach wie vor davon ausgehen, dass eine gute Performance nur möglich ist, wenn wir beim Design auf Elemente verzichten, die ein großes Datenvolumen erfordern.

Warum ein Trend nicht das Wichtigste ist

Unsere Programmierer sind natürlich in der Lage, auch ein ausgefallenes Webdesign zu erstellen. Dabei verlieren wir als Marketingagentur aber nicht aus den Augen, dass Ihre Webseite in erster Linie das unverkennbare Gesicht Ihres Unternehmens sein muss.

Wer lediglich aktuellen Trends folgt, hebt sich nicht aus der Masse hervor.

Wichtig ist:

  • Die Webseite passt zu Ihrem Produkt und Unternehmen. Wer moderne Mode verkauft, braucht ein anderes Design als ein Steuerberater.
  • Logos und Farben, die Ihre Kunden schon kennen, müssen in der Website verwendet werden, damit User sie wiedererkennen.
  • Das Design und die farbliche Gestaltung müssen auf diese Elemente abgestimmt sein.
  • Insgesamt muss die Webseite ein harmonisches Ganzes darstellen und keine Anhäufung von aktuellen Trend.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, damit wir Ihnen ein zu Ihrem Unternehmen passendes Design vorschlagen.

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